Aus der ursprünglichen Idee Steffen Trodlers, im Jahre 1989 eine Druckwerkstatt mit dem Angebot künstlerischer Drucktechniken für den Verband Bildender Künstler zu gründen, wird in der Zeit der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Neustrukturierung nach 1989, eine Siebdruckerei in der auch Werbedrucksachen wie Aufkleber, Schilder oder T-Shirts in Auftragsarbeit hergestellt werden. Insbesondere bis Ende der Neunziger Jahre, finden aber auch viele Künstler aus der Region Brandenburg/Berlin sowie aus dem Bundesgebiet, den Weg in die ’Graphikdruckwerkstatt Steffen Trodler’, um ihren Ideen mittels der Siebdrucktechnik Gestalt zu verleihen. So entstanden in bester Tradition des frühen 20. Jahrhunderts, eine Vielzahl von originalgrafischen Einladungskarten, Plakaten, und Programmheften für Kulturveranstaltungen. Diese kurze Renaissance einer Alltagskultur überlebte die aufziehenden Angebote der Beliebigkeit nicht.

 

Vor diesem Hintergrund intensivierten der Potsdamer Künstler
Wolf-Dieter Pfennig und der Drucker Steffen Trodler ab 1998 ihre ohnehin schon seit Bestehen der Werkstatt währende enge Zusammenarbeit und legten im Rahmen des „Freundeskreis der Grafik“ in loser Folge Grafiken im Eigenverlag auf, um sie Kunstliebhabern zum Erwerb anzubieten und somit der Tradition der Grafikedition einen Platz in der Gegenwart zu erhalten. Ab dem Jahr 2006 nennt sich diese Unternehmung Edition Steffen Trodler und es kamen seither weitere Künstler, die sich dem Siebdruck verschrieben haben oder diesen für sich entdecken wollten dazu.

 

Die Arbeitsweise zwischen Künstler und Drucker ist dabei so vielschichtig wie die unterschiedlichen Charaktere, Auffassungen, und Inhalte, die bei jeder Konstellation der Zusammenarbeit aufeinandertreffen.
Nicht nur der Drucker muß sich beim gemeinsamen Ringen um das Ergebnis auf die Intentionen, das Anliegen und subtilen Empfindungen des Künstlers einlassen, auch der Künstler muß einen Draht zum Drucker finden sonst bleibt die entstehende Arbeit unbefriedigend.

 

In den ersten Jahren der Werkstatt druckte Steffen Trodler auch Radierungen für Künstler in Auftragsarbeit. Die Nachfrage nach dieser schönen Drucktechnik nahm jedoch stetig ab und entzog mit dem fehlenden Aufgabenfeld auch die dringend erforderliche Kontinuität ohne die keine Technik mit Bravour beherrscht werden kann.

 

Der Siebdruck jedoch konnte mit seinen breiteren, flexibleren Anwendungsmöglichkeiten die Werkstatt am Leben erhalten. Durch neue Techniken wie den Digitaldruck, wird der Siebdruck gegenwärtig, wie dereinst Lithographie, Radierung oder Holzschnitt, aus dem Alltagsgebrauch der Druckereien entlassen und erweckt mit der zunehmenden Aura des Besonderen neues Interesse bei Künstlern und Kunstliebhabern.